Verein der Siebenbürger Sachsen
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Geographie
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Dieses wunderschöne Land, deutsch Siebenbürgen, rumänisch Transilvania oder Ardeal, und ungarisch Erdely genannt, ist seit 1919 ein Teil Rumäniens und gehört zu Südostmitteleuropa. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 280 Km und die West-Ost-Ausdehnung 310 Km. Der 46. Breitengrad und der 24. Meridian durchziehen das Land. Das Kontinentalklima mit kalten Wintern, warmen Sommern und lieblichem Herbst beherrscht das Land.

 

Mit 56.000 Quadratkilometern ist Siebenbürgen so groß wie Österreich ohne Tirol und Vorarlberg und etwas größer als die Schweiz. Mit 75 Einwohnern je Quadratkilometer ist es jedoch viel dünner besiedelt.

 

Im Norden grenzt Siebenbürgen an die Region Marmarosch, rumänisch Maramures und das Buchenland, rumänisch Bucovina. Im Osten grenzt es an die Moldau, rumänisch Moldova und im Süden an die große Walachei, rumänisch Oltenia und die kleine Walachei, rumänisch Muntenia. Im Westen grenzt Siebenbürgen an das Banat und Kreischgebiet.

 

Über ein Drittel der Landesfläche ist mit Wäldern bedeckt, deshalb bekam es in alten Urkunden den Namen "terra ultransilvana", das heißt "das Land jenseits der Wälder". Ein weiteres Drittel ist mit Obstbäumen, Wiesen und Weiden bedeckt, dazu kommen berühmte Rebflächen, aber auch nicht bebaute Flächen und Gewässer. Nur ein knappes Viertel ist bebautes Ackerland.

 

Die Landesnatur verbindet Siebenbürgen mit Zentraleuropa durch die Donau und die Karpaten, welche zur gleichen Zeit mit den Alpen entstanden. Östlich von Wien beginnt der Gebirgszug, welcher sich über die Tschechei und die Slowakei in den Süden der Ukraine nach Rumänien fortsetzt. Der Karpatenbogen, der sich danach von Norden nach Süden wendet und sich dann in einem Bogen nach Westen fortsetzt, liegt in Siebenbürgen. Das Erzgebirge, oder auch Westkarpaten genannt, grenzt das Land gegen die Pannonische Tiefebene ab. Dieses von den Karpaten umgebene Bergland mit Hochebenen wird von folgenden Flüssen durchzogen: Mieresch = Mures, Alt = Olt, dem großen und kleinen Somesch = Somes und den Kockeln = Tirnave. Der höchste Berggipfel mit 2.593 m ist der Moldovan im Fogarascher Gebirge und die Pietroasa mit 2.303 m im Rodnaer Gebirge. Die tiefste Senke mit 160 m über dem Meeresspiegel liegt in den Flussauen am Mieresch.

 

Das Land besitzt viele und reiche Bodenschätze wie Erdgas bei Mediasch, Steinkohle im Schiltal sowie Erze und berühmte Mineralquellen. Seit dem Altertum werden Salz, Gold und Silber gefördert. Weiters gibt es noch Kupfer und Eisenvorkommen.

 

Die großen Städte sind: Kronstadt = Brasov, Hermannstadt = Sibiu, Klausenburg = Cluj-Napoca, sowie die unter 100.000 Einwohnern liegenden Städte Neumarkt = Tirgu Mures und Mediasch = Medias. Außer Neumarkt sind alle großen Städte von den deutschen Siedlern gegründet worden.

 

Zu den Bewohnern Siebenbürgens gehören 3,5 Millionen Rumänen, 2 Millionen Ungarn und Szekler, 800.000 Romas und heute noch ca. 16.000 Siebenbürger Sachsen, von einst 250.000, die diesen Landstrich unverwechselbar mit ihrer westlichen Kultur prägten.

 

Die ungarischen Könige hatten die Grenzen ihres Reiches im 12. Jahrhundert bis zu den Ostkarpaten ausgedehnt. Wie eine Sichel bildeten die Karpaten einen natürlichen Wall gegen die weiten Ebenen Russlands und letztlich auch Asien, woher immer wieder Gefahr drohte.

 

Seit dem 14. Jahrhundert war Siebenbürgen auch ein starker Wall gegen die Türken, die es nie ganz eroberten .

 

Hier ein Zitat aus älterer Zeit:

 

"Im Osten des österreichischen Kaiserstaates erhebt sich aus der ungarischen Tiefebene ein freundliches Hochland, gering an Größe, doch reich an Schönheiten und Schätzen der Natur. Sein Flächenraum beträgt wenig mehr als 1100 Geviertmeilen. Im Anschluss an Ungarns nördlichen Bergwall umgeben es von allen Seite mächtige Gebirgsketten, die Karpaten. Weithin ins Land hinein, siehst du die Felsenkuppen und Zinnen 7000 Fuß hoch und drüber, den größten Teil des Jahres mit blendendem Schnee bedeckt, in die blauen Lüfte ragen. Nur wenige Pässe öffnen sie, gegen Mittag in das Tiefland der unteren Donau, gegen Morgen zu den weiten Slavenebenen Russlands, also, dass der Herr selber das Land auf die Gräntze abendländisch-europäischer Bildung hingestellt hat zu einer starken Wehr ... Von den hohen Gränzgebirgen ausgehend durchziehen meist waldgekrönte Bergreihen das Land nach allen Richtungen. Das Land birgt in überraschender Fülle Salz und kostbare Erze jeder Art, von dem Eisen womit man das Leben schirmt, bis zu dem Gold, das es verdirbt. Zahllose Heilquellen entströmen dem Schoße der Erde; Bäche und Flüsse verschönern und bewässern überall das Land. An sonnigen Berghalden glüht die Rebe und blüht der edle Obstbaum; in den Thälern wogt das Waizenfeld- Wildbrät durchstreift die Wälder; an zahmen Hausthieren ist nirgends Mangel. Das ist das Land Siebenbürgen, und wo zum Glück seiner Bewohner Etwas fehlt, da tragen diese meist selber die Schuld."

 

G. D. Teutsch: Geschichte der Siebenbürger Sachsen. 1. Auflage, Kronstadt 1858, S. 3-4

 

Siebenbürgen war durch die Jahrhunderte ein Fürstentum, in welchem die drei Völker Rumänen, Ungarn und Deutsche in Frieden miteinander lebten. Hier wurde zum ersten Mal in der Geschichte Europas schon im 16. Jahrhundert Glaubensfreiheit gewährt! So wurde es zur Zuflucht für viele, wegen ihrer konfessionellen Zugehörigkeit Verfolgte.






Letzte Aktualisierung:  29.12.2004 17:25